Stoffe & Nähen

Einkaufstasche nähen: kostenloser Zuschnitt aus Rechtecken

Redaktion Artikelzeiten · · Aktualisiert am 23.09.2026

Kurz erklärt

Für eine schlichte Einkaufstasche brauchst du kein gedrucktes Schnittmuster: Zwei Rechtecke von 40 × 45 cm und zwei Streifen von 8 × 60 cm reichen als eigene Grundkonstruktion. Mit den unten genannten Nähten entsteht ein ungefütterter Beutel von ungefähr 38 cm Breite und 40 cm Höhe, dazu zwei Stoffhenkel.

In diesem Artikel

Die Maße enthalten bereits die Zugaben. Die Tasche hat keinen ausgeformten Boden und wird nicht mit einer bestimmten Traglast beworben. Nähe zunächst mit einem robusten, gut zu verarbeitenden Stoff und prüfe die Henkelbefestigung vor dem ersten Gebrauch.

Zuschnitt und Stoffwahl

Schneide die beiden Beutelteile jeweils 40 cm breit und 45 cm hoch zu. Für die Henkel benötigst du zwei Streifen von jeweils 8 × 60 cm. Verwende feste Baumwollwebware oder einen vergleichbaren Taschenstoff, der nicht stark dehnbar ist. Sehr dicker Möbelstoff kann an den mehrfach gefalteten Henkelenden schwierig werden.

Die Rechnung für den Beutel ist einfach: Links und rechts gehen je 1 cm Nahtzugabe ab, also bleiben 38 cm Breite. Unten benötigt die Naht 1 cm. Oben wird die Kante erst 1 cm und dann weitere 3 cm eingeschlagen, insgesamt 4 cm. Aus 45 cm Zuschnitthöhe werden damit etwa 40 cm fertige Höhe.

Wasche den Stoff entsprechend seiner Pflegeempfehlung vor, wenn die Tasche später gewaschen werden soll, und bügle ihn glatt. Prüfe Nadel und Garn mit mehreren Stofflagen. Bei dicken Übergängen helfen die Hinweise von BERNINA zur Verarbeitung dicker Stoffe; entscheidend bleibt die Eignung deiner Maschine.

Beutel zusammennähen und Kanten versäubern

Lege die beiden Rechtecke rechts auf rechts, also mit den schönen Seiten nach innen. Stecke Seiten und Boden zusammen. Nähe die linke Seite, den Boden und die rechte Seite mit jeweils 1 cm Abstand zur Schnittkante. Die obere Kante bleibt offen.

Sichere die Nahtanfänge und Nahtenden. Versäubere die offenen Nahtzugaben mit einem zum Material passenden Zickzackstich oder einer Overlocknaht. Schneide dabei nicht in die eigentliche Verbindungsnaht. Bei einem stark fransenden Stoff kannst du die Kanten auch vor dem Zusammennähen einzeln versäubern.

Wende den Beutel und forme die unteren Ecken vorsichtig aus. Ein stumpfes Hilfsmittel ist dafür geeigneter als die Spitze einer Schere. Bügle die Nähte und prüfe, ob beide Seiten gleich lang sind. Schlage die Oberkante 1 cm nach innen und anschließend weitere 3 cm ein. Nähe den Saum nahe seiner inneren Faltkante fest.

Henkel falten und befestigen

Schlage an jedem Henkelstreifen beide kurzen Enden 1 cm nach innen. Falte den Streifen längs zur Hälfte und öffne ihn wieder. Lege die langen Schnittkanten zur Mittellinie und falte erneut zusammen. Der Henkel ist jetzt 2 cm breit und etwa 58 cm lang. Steppe beide langen Kanten knappkantig ab.

Markiere an jeder Beutelseite zwei Positionen, jeweils 10 cm von der fertigen Seitenkante entfernt. Richte die Henkelenden dort aus. Lege jedes Ende auf der Innenseite 3 cm unter die obere Taschenkante. Achte darauf, dass der Henkel nicht verdreht ist und beide Bögen gleich lang sind.

Nähe jedes Ende mit einem Rechteck und einer Diagonale darin fest. Halte das Rechteck innerhalb der tatsächlich überlappenden Stofffläche. Prüfe beim Nähen, dass du nicht versehentlich die gegenüberliegende Beutelseite mitfasst. Entferne Nadeln oder Klammern vor dem Nähfuß.

Die fertige Tasche kontrollieren

Prüfe alle vier Henkelenden auf ausgelassene Stiche und offene Kanten. Belade den Beutel zunächst vorsichtig mit leichten Gegenständen und beobachte die Nähte. Stoff, Garn und Verarbeitung beeinflussen die Belastbarkeit; aus diesen Zuschnittmaßen lässt sich keine sichere Kilogrammangabe ableiten.

Wenn ein Henkel unterschiedlich lang wirkt, kontrolliere die Position der Enden, bevor du das Band kürzt. Häufig wurde eine Seite tiefer angenäht. Bei schiefem oberen Rand überprüfst du die beiden Saumfalten. Eine sauber gebügelte Linie erleichtert das Korrigieren.

Für eine kleinere Variante mit kurzen Griffen findest du eine eigene Anleitung für eine Kindertasche. Stoffreste kannst du zu einem passenden Schlüsselanhänger verarbeiten, statt sie in die belasteten Nähte der Tasche zu stückeln.

Häufige Fragen

Sind die Nahtzugaben enthalten?

Ja. Die Rechtecke und Henkelstreifen werden genau in den angegebenen Maßen zugeschnitten. Zusätzliche Zugaben würden die fertige Tasche entsprechend verändern.

Kann ich einen Boden einarbeiten?

Diese Grundfassung bleibt flach. Ein ausgeformter Boden verändert Breite und Höhe und braucht eine eigene Maßplanung. Nähe zuerst die flache Variante oder rechne die gewünschte Bodentiefe vor dem Zuschneiden ein.

Kann ich die Tasche aus einem alten T-Shirt nähen?

Dehnbarer T-Shirt-Stoff verhält sich anders als die hier vorgesehene Webware. Besonders die Henkel können sich stark verlängern. Verwende für diese Konstruktion besser einen ausreichend festen, nicht ausgeleierten Stoff.