Luftmaschenkette und Orientierung vorbereiten
Verwende glattes Garn, eine passende Häkelnadel und einen Maschenmarkierer. Bei einer Übung ist ein heller, einfarbiger Faden praktisch, weil sich Einstichstellen leichter unterscheiden lassen. Du solltest Luftmaschen und feste Maschen bereits kennen. Der Grundlagenfilm von DMC zeigt die feste Masche. Für das Oval brauchst du zusätzlich eine Zunahme: zwei feste Maschen in dieselbe Einstichstelle.
Häkle sechs Luftmaschen. Die aktive Schlinge auf der Nadel zählt nicht dazu. Betrachte die Kette vor dem Beginn: Du wirst zuerst an einer Seite entlanghäkeln, um das Ende herumgehen und auf der bislang freien Gegenseite zurückarbeiten. Du wendest also nicht wie bei einem flachen Rechteck. Die Kette liegt später in der Mitte des Ovals.
Die erste Luftmasche direkt an der Nadel wird übersprungen. Arbeite die erste feste Masche in die zweite Luftmasche von der Nadel aus. Markiere diese fertige Masche sofort. Sie ist der Beginn der ersten Spiralrunde und bleibt die Orientierung für die folgende Zählung. Eine zusätzliche Wendeluftmasche wird am Rundenende nicht gearbeitet.
Runde eins: zwölf Maschen um die Kette
Häkle insgesamt vier feste Maschen entlang der Kette, also je eine in die zweite, dritte, vierte und fünfte Luftmasche von der Nadel aus. In die sechste und letzte Luftmasche kommen drei feste Maschen. Diese drei Maschen bilden die erste Rundung. Drehe die Arbeit so, dass du die noch freie Unterseite der Luftmaschenkette erreichst, ohne eine neue Reihe zu beginnen.
Arbeite jetzt drei feste Maschen zurück entlang der Unterseite. Nutze dafür die freien Bereiche der nächsten drei Luftmaschen. Du näherst dich damit wieder jener Luftmasche, in der die markierte erste feste Masche sitzt. In diese Anfangsstelle arbeitest du auf der Gegenseite noch zwei feste Maschen. Zusammen mit der bereits vorhandenen ersten Masche bilden sie die zweite Rundung.
Zähle die Runde: vier Maschen auf dem Hinweg, drei am äußeren Ende, drei auf dem Rückweg und zwei in der Anfangsstelle ergeben zwölf. Die erste und letzte Gruppe der Rundung liegen über den Rundenwechsel verteilt. Das ist kein Fehler. In Spiralrunden wird die Runde nicht mit einer Kettmasche geschlossen; du häkelst direkt in der markierten ersten Masche weiter.
Runde zwei und drei mit sechs Zunahmen
In Runde zwei kommen zwei feste Maschen in die erste Masche. Versetze den Markierer in die erste neu entstandene Masche. Danach häkelst du je eine feste Masche in die nächsten drei Maschen. In die folgenden drei Maschen arbeitest du jeweils zwei feste Maschen. Es folgen drei einzelne feste Maschen und zum Schluss je zwei feste Maschen in die beiden letzten Maschen der Vorrunde.
Die Rechnung für Runde zwei lautet: zwei plus drei plus sechs plus drei plus vier gleich 18 Maschen. Es gab sechs Zunahmen, alle in den beiden Rundungen. Die geraden Abschnitte haben weiterhin jeweils drei Maschen. Wenn du 17 oder 19 Maschen zählst, prüfe diese Runde jetzt, bevor du die nächste beginnst.
Runde drei beginnt mit einer festen Masche und einer Zunahme. Es folgen drei einzelne feste Maschen. Arbeite dann dreimal hintereinander eine feste Masche und eine Zunahme. Danach kommen erneut drei einzelne feste Maschen. Zum Abschluss arbeitest du noch zweimal eine feste Masche und eine Zunahme. Die Runde verbraucht alle 18 vorhandenen Maschen und ergibt 24 neue Maschen.
Form prüfen und das Prinzip übertragen
Lege das kleine Oval flach hin. Die sechs zusätzlichen Maschen je Runde verteilen sich auf die beiden Enden. Wenn es stark wellt oder sich zur Schale wölbt, kontrolliere zuerst die Zählung, die Einstichstellen und die Fadenspannung. Material und Maschenverhältnis wirken ebenfalls auf die Fläche. Ein korrekt gezähltes Schema ist eine rechnerische Grundlage, aber keine Garantie für jedes Garn.
Für eine länglichere Form brauchst du mehr Luftmaschen in der Mitte und entsprechend längere gerade Abschnitte. Die Zunahmen bleiben an den Rundungen. Verlängere nicht einfach die Anfangskette und übernimm danach unverändert sämtliche Zahlen dieses Sechs-Luftmaschen-Beispiels. Zeichne die geraden Seiten und die beiden Endgruppen getrennt auf, damit ihre Aufgaben erkennbar bleiben.
Beende das Übungsstück nach der dritten Runde und vernähe die Fäden. Wer eine geschlossene Aufbewahrung möchte, kann zunächst ein Täschchen aus zwei Rechtecken herstellen. Für eine Tischfläche ohne Rundenzählung ist der quadratische Untersetzer einfacher. Das kleine Oval übt vor allem das gezielte Platzieren von Zunahmen.
Häufige Fragen
Warum liegen Zunahmen am Anfang und Ende derselben Runde?
Der Rundenwechsel befindet sich innerhalb einer Rundung. Diese Rundung wird daher teilweise zu Beginn und teilweise am Schluss bearbeitet. Der Markierer hält die Zählung trotzdem eindeutig.
Muss ich nach jeder Runde wenden?
Nein. Diese Anleitung verwendet Spiralrunden. Du arbeitest ohne Wenden und ohne schließende Kettmasche weiter. Eine Anleitung mit geschlossenen Runden müsste den Übergang anders beschreiben.
Ist das Oval bereits ein fertiger Taschenboden?
Es ist ein Übungsstück zur Formbildung. Für eine Tasche brauchst du passende Maße, geeigneten Stoffaufbau beziehungsweise Garn und eine Konstruktion für Wand und Träger. Diese Eigenschaften werden hier nicht zugesichert.